Was ist Geranienöl?
Geranienöl (Pelargonium graveolens), oft auch Rosengeranienöl genannt, ist der absolute Alleskönner für die weibliche Balance und die Hautpflege. Der Duft ist ein Meisterwerk der Natur: Er ist tief blumig und rosig, hat aber gleichzeitig eine erfrischende, grüne und leicht minzige Kopfnote.
Wegen seiner enormen biochemischen Ähnlichkeit zur echten Rose wird Geranie oft als erschwingliche Alternative genutzt. In der Aromatherapie steht Geranienöl für vollkommene Balance. Es gleicht Extreme aus – sei es trockene oder fettige Haut, extreme Euphorie oder tiefe Depression, Stress oder Lethargie.
Wo und wie wird Geranienöl geerntet?
Die Duftpelargonie stammt ursprünglich aus Südafrika, wird heute aber weltweit angebaut. Die prestigeträchtigste und komplexeste Variante ist das 'Geranium Bourbon', das auf der Insel Réunion im Indischen Ozean angebaut wird. Aber auch in Ägypten (Geranium Egypt) und China wachsen hervorragende Qualitäten.
Geerntet werden die Blätter und Stängel der Pflanze (nicht die Blüten!), kurz bevor diese sich voll öffnen, da dann der Gehalt an ätherischen Ölen am höchsten ist.
Die Kunst der Destillation: Wie wird Geranienöl hergestellt?
Das Geranienöl wird durch die Wasserdampfdestillation des frischen oder leicht angewelkten Krauts gewonnen. Im Gegensatz zur echten Rose (die extrem geringe Ausbeuten liefert), liefert die Geranie sehr viel Öl (ca. 1 Liter aus 500 kg Blättern), was sie so erschwinglich macht.
Das fertige Öl ist hellgelb bis leicht grünlich und verströmt sofort den intensiven, blumigen Rosenduft.
Biochemie: Die Wirkstoffe im Geranienöl
Das Geheimnis der Geranie liegt in ihren Monoterpenolen, die fast identisch mit denen der Rose sind:
- Citronellol (30 - 40%): Der Stoff, der so massiv gegen Zecken und Mücken wirkt, gleichzeitig aber extrem hautpflegend und beruhigend ist.
- Geraniol (15 - 20%): Der typische 'Rosen-Duftstoff'. Wirkt stark antiviral, antibakteriell und zieht die Hautstruktur zusammen (Anti-Aging-Effekt).
- Linalool: In Spuren enthalten, sorgt es für die angstlösende Wirkung auf das zentrale Nervensystem.
Woran erkennen Sie 100% naturreines Geranienöl?
Achten Sie bei Geranie auf die Spezifikation:
- Bourbon vs. Normal: Ein 'Geranium Bourbon' (aus Réunion) ist der Goldstandard und hat den tiefsten, parfümartigsten Duft. 'Geranium Egypt' ist etwas leichter und krautiger, aber therapeutisch genauso wertvoll.
- Botanischer Name: Es muss 'Pelargonium graveolens' auf dem Fläschchen stehen.
- Falsche Rose: Vorsicht, wenn Ihnen billiges 'Rosenöl' angeboten wird – in 90% der Fälle ist es mit Geranienöl gestreckt oder besteht komplett daraus.
Anwendung: Geranienöl richtig mischen und nutzen
Geranie ist das wichtigste Öl im Badezimmerschrank:
- Der ultimative Haut-Balancer: 2 Tropfen Geranienöl in 15 ml Jojobaöl. Als abendliches Gesichtsöl verwendet, reguliert es sowohl unreine, fettige Haut als auch extrem trockene, rissige Stellen.
- Der natürliche Zeckenschutz: 5 Tropfen Geranienöl in 20 ml Mandelöl mischen und vor dem Spaziergang auf die nackten Beine massieren.
- Der 'PMS-Tröster': 3 Tropfen Geranienöl + 2 Tropfen Muskatellersalbei in 10 ml Basisöl. Bei Stimmungsschwankungen oder Regelschmerzen auf Unterbauch und Pulspunkte reiben.
Sicherheit und häufige Anwendungsfehler bei Geranienöl
Hinweis: Geranienöl ist sehr sicher, aber beachten Sie:
- Überdosierung: Der Duft ist extrem intensiv. Wenn Sie zu viel im Diffuser verwenden, kann die schwere Süße Kopfschmerzen verursachen. 1-2 Tropfen reichen für einen großen Raum völlig aus.
- Hautsensibilisierung: Wie bei allen Ölen mit hohem Geraniol-Gehalt kann es bei Menschen mit extremer Duftstoffallergie (seltener) zu Hautreaktionen kommen. Vorab in der Armbeuge testen.
Bewährte Aromatherapie-Mischungen mit Geranienöl
Geranie ist ein Brücken-Öl: Es verbindet blumige mit erdigen Noten:
- Die 'Tiefe Ausgeglichenheit' Mischung: 2 Tropfen Geranienöl + 2 Tropfen Patchouliöl + 1 Tropfen Orangenöl im Diffuser. Erdend, süß und zutiefst entspannend.
- Das 'Anti-Stress' Luxus-Bad: 3 Tropfen Geranie + 2 Tropfen Lavendel (in Honig emulgiert) ins Badewasser geben.
- Die 'Rosen-Illusion': 1 Tropfen Geranie + 1 Tropfen Palmarosa + 1 Tropfen Bergamotte. Riecht wie ein sündhaft teures Rosenparfüm.
Häufig gestellte Fragen zu Geranienöl
Ist
Geranienöl das gleiche wie Rosenöl?
Nein, aber es wird oft als 'die Rose des armen Mannes' bezeichnet. Geranienöl (Pelargonium graveolens) enthält sehr viele der gleichen Moleküle wie echtes Rosenöl (Citronellol, Geraniol) und riecht stark rosig-blumig. Es ist jedoch deutlich günstiger, hat eine leicht krautigere Note und wird oft genutzt, um teures Rosenöl zu strecken.
Wofür
verwendet man Geranienöl in der Hautpflege?
Geranienöl ist das absolute Nummer-1-Öl zur Haut-Balance. Es reguliert die Talgproduktion. Ist die Haut zu trocken, regt es die Feuchtigkeit an; ist sie zu fettig, hemmt es die Talgproduktion. Zudem wirkt es extrem adstringierend (zusammenziehend) und glättet das Hautbild massiv.
Hilft
Geranienöl bei PMS und Wechseljahresbeschwerden?
Ja, Geranie wird in der Aromatherapie als das wichtigste 'Ausgleichsöl' für den weiblichen Hormonhaushalt angesehen. Es stimuliert die Nebennierenrinde, gleicht extreme Stimmungsschwankungen aus, lindert Wassereinlagerungen und entspannt bei Menstruationskrämpfen.
Hält
Geranienöl Zecken und Mücken fern?
Absolut. Der hohe Gehalt an Geraniol und Citronellol ist für Zecken und Moskitos extrem abstoßend. Wer vor einem Waldspaziergang 2 Tropfen Geranienöl (in Trägeröl) auf Knöchel und Handgelenke aufträgt, hat einen der besten natürlichen Zeckenschutze.
Wie
wirkt Geranienöl auf die Psyche?
Es ist der ultimative 'Seelen-Tröster'. Es baut Stress und Frustration massiv ab, fördert eine positive, ausgeglichene Grundstimmung und ist ideal für Menschen, die sich in einem Zustand von ständiger nervöser Erschöpfung (Burnout) befinden.